Power of Three (AMD-Modell): Accumulation, Manipulation, Distribution
8 Min. Lesezeit · Aktualisiert Juli 2026
Die wichtigsten Punkte
Das Power-of-Three-Modell (AMD) beschreibt drei wiederkehrende Phasen im Kursverlauf: Accumulation, Manipulation, Distribution.
Accumulation ist die ruhige Konsolidierungsphase, meist während der Asian Range.
Manipulation ist die Falschbewegung, die Liquidität abräumt — in der Praxis oft identisch mit einem Judas Swing.
Distribution ist die eigentliche, strukturell bestätigte Tagesbewegung nach einem Market Structure Shift.
Das Modell ist fraktal: Dieselbe AMD-Struktur zeigt sich auf Tages-, Wochen- und sogar Monatsbasis gleichzeitig.
Was ist das Power-of-Three-Modell?
Das Power-of-Three-Modell — meist als AMD-Modell abgekürzt — beschreibt drei wiederkehrende Phasen, die sich im Kursverlauf über einen definierten Zeitraum beobachten lassen: Accumulation (Ansammlung), Manipulation (Täuschung) und Distribution (Verteilung). Innerhalb der ICT-Methodik gilt es als eines der grundlegendsten Rahmenmodelle überhaupt — es liefert die übergeordnete Erzählung, in die sich fast jedes andere ICT-Konzept einordnen lässt.
Anders als viele der bisher behandelten Einzelkonzepte ist Power of Three kein isoliertes Setup, sondern ein Deutungsrahmen: Er hilft zu erkennen, in welcher Phase eines Zyklus sich der Markt gerade befindet, und damit, welches Verhalten als Nächstes wahrscheinlicher ist.
Die Logik dahinter: Warum Märkte sich so verhalten
Die Grundannahme der ICT-Methodik ist, dass große institutionelle Marktteilnehmer ihre Positionen nicht in einem einzigen Moment aufbauen können, ohne den Preis massiv gegen sich zu bewegen. Stattdessen läuft der Prozess typischerweise in drei erkennbaren Schritten ab: Zunächst wird in Ruhe akkumuliert, während sich der Preis in einer engen Range bewegt und wenig Aufmerksamkeit erregt. Anschließend wird der Preis gezielt in eine Richtung manipuliert, um zusätzliche Liquidität — Stop-Loss-Orders und Ausbruchshändler — abzugreifen, die zur Fertigstellung der Position benötigt wird. Erst danach beginnt die eigentliche, gerichtete Bewegung: die Distribution der aufgebauten Position in Richtung des tatsächlichen Ziels.
Diese Reihenfolge ist keine zufällige Beobachtung, sondern nach ICT-Verständnis eine strukturelle Notwendigkeit: Ohne die Manipulationsphase gäbe es schlicht nicht genug Gegenliquidität, um die Distribution in der beobachteten Geschwindigkeit auszuführen.
Phase 1: Accumulation
Die Accumulation-Phase ist gekennzeichnet durch eine enge, seitwärts verlaufende Handelsspanne mit vergleichsweise geringer Volatilität. Im Tagesverlauf entspricht sie meist der Asian Range — der ruhigeren Handelsphase vor der Eröffnung der europäischen und amerikanischen Sitzung.
Der Preis bewegt sich innerhalb einer engen Range, ohne klare Richtung — die Basis für die spätere Manipulation.
Phase 2: Manipulation
In der Manipulation-Phase bricht der Preis scheinbar aus der zuvor gebildeten Range aus — meist über das Range-Hoch oder unter das Range-Tief. Dieser Ausbruch täuscht eine Richtung vor, kehrt aber ab, sobald die dort liegende Liquidität abgeräumt wurde. In der Praxis ist dies exakt die Mechanik, die im Artikel zum Judas Swing beschrieben wird — und im Kern nichts anderes als ein zeitlich gebundener Liquidity Sweep.
Der scheinbare Ausbruch über das Range-Hoch räumt Liquidität ab, bevor der Preis abrupt umkehrt.
Phase 3: Distribution
Erst in der Distribution-Phase entfaltet sich die eigentliche, strukturell bestätigte Bewegung des Zyklus. Der Preis bricht diesmal in die Gegenrichtung der Manipulation aus, begleitet von einem bestätigten Market Structure Shift. Diese Phase liefert häufig die aussagekräftigsten Setups des gesamten Zyklus — nicht selten innerhalb eines Silver-Bullet-Zeitfensters.
Nach dem bestätigten Strukturbruch entfaltet sich die eigentliche Bewegung — meist in der Gegenrichtung der Manipulation.
Das Modell im Chart erkennen
Nicht jeder Handelstag zeigt einen sauberen AMD-Zyklus. Manche Tage bleiben choppy, ohne klare Range, ohne eindeutigen Falschausbruch und ohne bestätigte Distribution.
Nicht jeder Tag liefert einen sauberen Zyklus — die Fähigkeit, unklare Tage zu erkennen und zu meiden, ist Teil der Methode.
Die fraktale Natur: AMD auf mehreren Zeitebenen
Ein zentraler, oft unterschätzter Aspekt des Modells: Es wirkt fraktal. Dieselbe Accumulation-Manipulation-Distribution-Struktur, die sich innerhalb eines einzigen Handelstages zeigt, lässt sich gleichzeitig auf einer Wochen-Zeitebene beobachten — eine Woche kann selbst aus einer Accumulation-, Manipulations- und Distributionsphase bestehen, innerhalb derer sich wiederum fünf tägliche AMD-Zyklen verschachteln.
Fünf tägliche AMD-Zyklen (Mo–Fr) eingebettet innerhalb eines übergeordneten Wochen-AMD-Zyklus.
Ein vollständiger Handelstag nach dem AMD-Modell
Um die drei Phasen im Zusammenhang zu sehen, hilft ein durchgehendes Beispiel: Klicke dich durch die drei Schritte, um zu sehen, wie sich das Gesamtbild eines Tages Schritt für Schritt aufbaut.
Asian Range (Accumulation) → London Judas Swing (Manipulation) → New-York-Distribution mit MSS-Bestätigung.
Wie die Phasen mit anderen ICT-Konzepten zusammenhängen
Der eigentliche Wert des AMD-Modells liegt darin, dass es fünf zuvor einzeln behandelte Konzepte zu einem zusammenhängenden Tagesbild verbindet:
Wer die einzelnen Konzepte bereits kennt, hat mit dem AMD-Modell im Grunde schon das übergeordnete Bild verstanden — Power of Three ist die Klammer, die alles zusammenhält.
Power of Three Trading Strategie
In der Praxis bedeutet das Modell: Während der Accumulation wird beobachtet, nicht gehandelt. Die Manipulation wird registriert, aber nicht sofort verfolgt — sie ist die Falle, nicht das Signal. Erst wenn die Distribution durch einen Market Structure Shift bestätigt ist, wird nach einer Einstiegszone gesucht, häufig kombiniert mit einem Order Block oder Fair Value Gap innerhalb des bestätigten Trends.
Häufige Fehler beim AMD-Modell
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Während der Manipulation einsteigenDer scheinbare Ausbruch ist die Falle, nicht das eigentliche Signal — hier einzusteigen bedeutet, genau die Liquidität zu liefern, die abgeräumt werden soll.
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Jeden Tag einen sauberen Zyklus erwartenNicht jeder Handelstag liefert eine klare Accumulation-Manipulation-Distribution-Struktur.
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Die fraktale Ebene ignorierenEin Tages-AMD-Zyklus innerhalb einer übergeordneten Wochen-Manipulation hat eine andere Bedeutung als isoliert betrachtet.
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Ohne MSS-Bestätigung von Distribution ausgehenOhne bestätigten Strukturbruch ist unklar, ob die Manipulationsphase überhaupt schon beendet ist.
FAQ
Was bedeutet Power of Three (AMD) im ICT-Trading?+
Power of Three, auch AMD-Modell genannt, beschreibt drei wiederkehrende Phasen im Kursverlauf: Accumulation (Konsolidierung), Manipulation (Falschbewegung) und Distribution (die eigentliche Tagesbewegung). Es gilt als eines der grundlegendsten Rahmenmodelle der ICT-Methodik.
Ist die Manipulationsphase dasselbe wie ein Judas Swing?+
Im Kern ja. Ein Judas Swing ist die konkrete, zeitlich an eine Session-Eröffnung gebundene Ausprägung dessen, was das AMD-Modell allgemein als Manipulationsphase beschreibt.
Muss jeder Handelstag alle drei Phasen durchlaufen?+
Nein. Manche Tage zeigen einen klaren AMD-Zyklus, andere bleiben choppy und lassen sich nicht sauber in die drei Phasen einteilen. Das Modell ist ein Rahmen zur Einordnung, keine tägliche Garantie.
Funktioniert das AMD-Modell auch auf Wochen- oder Monatsbasis?+
Ja, das Modell gilt als fraktal: Dieselbe Accumulation-Manipulation-Distribution-Struktur lässt sich auf Tages-, Wochen- und sogar Monats-Charts gleichzeitig beobachten, wobei sich kleinere Zyklen innerhalb größerer verschachteln.
Wie erkenne ich, ob ich mich in der Manipulations- oder bereits in der Distributionsphase befinde?+
Der entscheidende Unterschied ist ein bestätigter Market Structure Shift. Ohne diese Bestätigung befindet man sich wahrscheinlich noch in der Manipulationsphase oder beobachtet einen Fehlausbruch – erst der bestätigte Strukturbruch markiert den Übergang zur Distribution.
Teste dein Wissen
6 Fragen zum Power-of-Three-Modell — direkt auswerten, keine Anmeldung nötig.
Frage 1 / 6
Wofür steht AMD?
Frage 2 / 6
Welche ICT-Session entspricht meist der Accumulation-Phase?
Frage 3 / 6
Welches Konzept entspricht der Manipulationsphase am ehesten?
Frage 4 / 6
Was bestätigt den Übergang in die Distributionsphase?
Frage 5 / 6
Ist das AMD-Modell nur auf Tagesbasis gültig?
Frage 6 / 6
Durchläuft jeder Handelstag zwingend alle drei Phasen klar erkennbar?
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