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Fortgeschrittene Konzepte

Standard Deviation Projections (ICT): Kursziele richtig setzen

6 Min. Lesezeit · Aktualisiert Juli 2026
Die wichtigsten Punkte
  • Standard Deviation Projections nutzen Vielfache einer ursprünglichen Preisbewegung, um Kursziele über diese Bewegung hinaus zu projizieren.
  • Anders als OTE (Einstieg innerhalb einer Bewegung) dienen sie der Zielbestimmung nach dem Einstieg.
  • Typische Projektionsstufen sind die einfache, doppelte und dreifache Distanz der ursprünglichen Bewegung.
  • Häufig genutzt für gestaffelte Gewinnmitnahme an mehreren Zielstufen.

Eine einfache Analogie zum Einstieg

Stell dir einen Skispringer vor: Aus der Sprungweite der letzten Versuche lässt sich eine realistische Erwartung für die nächste Weite ableiten — nicht als Garantie, aber als plausible Projektion basierend auf der bisherigen Leistung. Genau das leisten Standard Deviation Projections: Aus der Größe einer bereits abgeschlossenen Preisbewegung wird eine plausible Erwartung für die nächste Distanz abgeleitet.

Präzise Definition

Standard Deviation Projections nutzen Vielfache einer ursprünglichen Preisbewegung, um Kursziele über diese Bewegung hinaus zu projizieren. Sie beantworten die Frage „Wie weit könnte der Preis als Nächstes laufen?“ — ein Zielbestimmungs-Werkzeug, das nach einem bereits erfolgten Einstieg zur Anwendung kommt.

Wie man Projektionsstufen berechnet

Man misst zunächst die ursprüngliche Bewegung — vom Startpunkt bis zum Endpunkt der Bewegung. Diese Distanz wird anschließend als Basiseinheit verwendet und ab dem Endpunkt in derselben Richtung projiziert: die einfache Distanz als erste Stufe, die doppelte als zweite, die dreifache als dritte.
URSPRÜNGLICHE BEWEGUNG 1x — STUFE 1 2x — STUFE 2 3x — STUFE 3
Die ursprüngliche Bewegung dient als Basiseinheit für drei darüber projizierte Zielstufen.

Standard Deviation Projections vs. OTE: Ziel vs. Einstieg

MerkmalOTEStandard Deviation Projections
FunktionEinstiegs-Tool (Retracement)Ziel-Tool (Extension)
BereichInnerhalb der ursprünglichen Bewegung (62–79%)Über die ursprüngliche Bewegung hinaus
Genutzt fürWo einsteigen?Wo Gewinn mitnehmen?
Beide Tools ergänzen sich in der Praxis: OTE beantwortet die Einstiegsfrage, Standard Deviation Projections beantworten die Zielfrage — zusammen decken sie den kompletten Trade von Einstieg bis Ausstieg ab.

Schritt für Schritt: Projektion im Chart anwenden

  1. Identifiziere eine abgeschlossene Preisbewegung mit klarem Start- und Endpunkt.
  2. Miss die Distanz dieser Bewegung.
  3. Projiziere die einfache, doppelte und dreifache Distanz ab dem Endpunkt in dieselbe Richtung.
  4. Markiere diese drei Stufen als mögliche Zielzonen für eine anschließende Bewegung.

Animierte Grafik: Preis erreicht eine Projektionsstufe

Die folgende Animation zeigt, wie sich der Preis nach der ursprünglichen Bewegung zur ersten Projektionsstufe hin bewegt.
Preis bewegt sich zur ersten Projektionsstufe
URSPRÜNGLICHE BEWEGUNG STUFE 1 (1x) STUFE 1 ERREICHT
Nach der ursprünglichen Bewegung läuft der Preis weiter bis zur projizierten ersten Zielstufe.

Wie man Projektionen praktisch nutzt

Der größte praktische Nutzen liegt in der gestaffelten Gewinnmitnahme:
  • Teilausstieg an Stufe 1 — ein erster Teil der Position wird gesichert, sobald der Preis die einfache Distanz erreicht.
  • Weiterer Teilausstieg an Stufe 2 — ein weiterer Teil wird bei der doppelten Distanz realisiert.
  • Rest laufen lassen oder nachziehen — der verbleibende Teil kann bis Stufe 3 laufen oder mit einem nachgezogenen Stop abgesichert werden.
  • Mit dem OTE-Rechner kombinieren — Einstieg über OTE, Ziel über Standard Deviation Projections.

Animierte Grafik: Gestaffelte Gewinnmitnahme

Die folgende Animation zeigt, wie der Preis durch mehrere Projektionsstufen läuft, an denen jeweils ein Teil der Position geschlossen wird.
Preis läuft durch mehrere Stufen, Teilausstiege markiert
STUFE 1 STUFE 2 STUFE 3 TEILAUSSTIEG 1 TEILAUSSTIEG 2 REST LÄUFT WEITER
Der Preis läuft durch alle drei Stufen, an Stufe 1 und 2 wird jeweils ein Teil der Position gesichert.

Häufige Fehler

  • Projektionsstufen als Garantie behandelnDer Preis kann bereits vor der ersten Stufe umkehren oder deutlich darüber hinauslaufen.
  • Falschen Start-/Endpunkt der Bewegung wählenDie Genauigkeit der Projektion hängt direkt von der korrekten Distanzmessung ab.
  • Projections mit OTE verwechselnOTE beantwortet die Einstiegsfrage, Projections die Zielfrage — beide Tools erfüllen unterschiedliche Zwecke.

FAQ

Was sind Standard Deviation Projections?+

Standard Deviation Projections nutzen Vielfache einer ursprünglichen Preisbewegung, um Kursziele über diese Bewegung hinaus zu projizieren – ein Werkzeug zur Zielbestimmung, nicht zum Einstieg.

Wie berechnet man eine Projektionsstufe?+

Man misst die ursprüngliche Bewegung (vom Start- bis zum Endpunkt) und projiziert Vielfache dieser Distanz – etwa das Einfache, Doppelte oder Dreifache – ab dem Endpunkt der Bewegung weiter in dieselbe Richtung.

Wie unterscheiden sich Projections von OTE?+

OTE ist ein Einstiegs-Tool, das eine Rückkehr innerhalb der ursprünglichen Bewegung (62–79%) nutzt. Standard Deviation Projections sind ein Ziel-Tool, das über die ursprüngliche Bewegung hinaus projiziert.

Welche Projektionsstufen sind üblich?+

Häufig werden die einfache, doppelte und dreifache Distanz der ursprünglichen Bewegung als aufeinanderfolgende Zielstufen verwendet.

Wie nutzt man Projections für Gewinnmitnahme?+

Häufig gestaffelt: ein Teil der Position wird an der ersten Stufe geschlossen, ein weiterer Teil an der zweiten, der Rest läuft bis zur dritten oder wird nachgezogen.

Teste dein Wissen

6 Fragen zu Standard Deviation Projections — direkt auswerten.

Frage 1 / 6
Wozu dienen Standard Deviation Projections?
Frage 2 / 6
Wie berechnet man eine Projektionsstufe?
Frage 3 / 6
Was ist der Hauptunterschied zu OTE?
Frage 4 / 6
Welche Projektionsstufen sind typisch?
Frage 5 / 6
Wofür werden Projektionsstufen praktisch häufig genutzt?
Frage 6 / 6
Ist das Erreichen einer Projektionsstufe garantiert?

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